Black-Friday-Kampagne: 5 Hebel für Dein Partnerprogramm

16. Oktober 2026
Autor : Marcel Schöne

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine profitable Black-Friday-Kampagne setzt auf Value-Adding statt Discounting: Bundles, Geschenke zum Kauf und Zusatzservices schaffen Kaufanreize ohne Preisspirale.
  • Klassisches Black-Friday-Marketing wird für viele Händler:innen zum Verlustgeschäft, weil Ad-Kosten steigen und Rabatte die Marge aufzehren.
  • Laut uppr-Auswertung stieg der durchschnittliche Warenkorbwert am Black Friday 2025 um 21 %. Kund:innen kaufen also nicht billiger, sondern mehr.
  • Partnership Marketing auf Cost-per-Sale-Basis macht die Black Week planbarer, weil Kosten erst bei einem Verkauf entstehen.

Bis zum Black Friday am 27. November 2026 bleiben nur noch wenige Wochen, und gute Publisher-Platzierungen werden rund um den Aktionstag umkämpfter und teurer. Wenn Du Deine Black-Friday-Kampagne rechtzeitig und clever planst, kommst Du ohne Rabattschlacht aus. Wir zeigen Dir 5 Hebel für Dein Partnerprogramm, gestützt auf Zahlen aus dem uppr-Netzwerk.


Klassisches Black-Friday-Marketing wird zum Verlustgeschäft

Klassisches Black-Friday-Marketing folgt einer einfachen Logik: hohe Rabatte, viel Reichweite über Ads und ein kurzer Umsatz-Peak. Für viele Unternehmen geht diese Rechnung immer seltener auf. 3 Faktoren machen die Rabattschlacht zunehmend zum Verlustgeschäft:

  • Kostenexplosion bei Werbeplatzierungen: In der Black Week steigen die Preise für Ads bei Google und Meta auf ein Vielfaches der Normalwerte. Der Return on Ad Spend (ROAS) sinkt dadurch drastisch.
  • Schwindende Margen: Rabatte von 20–40 % zehren die ohnehin knappen Gewinnspannen auf.
  • Skeptische Kund:innen: Jahrelange Scheinrabatte und gefälschte Streichpreise haben das Vertrauen gesenkt. Verbraucher:innen recherchieren gezielter und lassen sich von reinen Prozentzeichen nicht mehr blenden.

Die versteckten Kosten der Rabattschlacht

Hohe Black-Friday-Rabatte kosten nicht nur Marge, sondern belasten auch Markenimage, Kundenqualität und Logistik:

  • Wer immer billig verkauft, wird nicht mehr als Premium-Marke wahrgenommen.
  • Kund:innen gewöhnen sich an den Rabattpreis. Danach wirkt der reguläre Preis unfair, was den Verkauf außerhalb von Aktionszeiten erschwert.
  • Deal-Hopper kaufen nur wegen des Preises und tragen kaum zum Customer Lifetime Value (CLV) bei.
  • Extreme Bestellspitzen führen zu Lieferverzögerungen und Serviceproblemen, Impulskäufe treiben die Retourenquote.

Black Friday im Affiliate Marketing: Zahlen aus dem uppr-Netzwerk 2025

Wie sich der Black Friday im Affiliate Marketing auswirkt, zeigt die uppr-Auswertung für Oktober und November 2025.

  Kennzahl

  Oktober 2025

  November 2025

  Absolute Diff.

  Relativer Uplift

Sales

11.404

15.074

+3.670

+32,2 %

Clicks

1.057.248

1.279.759

+222.511

+21,1 %

Views

101.793.708

95.583.558

−6.210.150

−6,1 %

Das Sales-Wachstum von 32,2 % übertrifft die Clicks (21,1 %) deutlich, was auf eine höhere Kaufbereitschaft im November hindeutet.


Black Friday im E-Commerce: Kund:innen kaufen mehr, nicht billiger

Für 11 E-Commerce-Advertiser im uppr-Netzwerk zeigt die Auswertung auf Tagesbasis, was am Black Friday tatsächlich passiert.

  Kennzahl

  Durchschnittlicher Tag

  Black Friday 2025

  Veränderung

Bestellungen

112

270

+142 %

Umsatz

11.640 €

34.800 €

+199 %

Ø Warenkorb

106 €

129 €

+21 %

Gegenüber einem durchschnittlichen Tag stiegen die über Publisher vermittelten Bestellungen um 142 %, der Umsatz um 199 %.

Der durchschnittliche Warenkorb wuchs von 106 € auf 129 €, ein Plus von 21 %.

Kund:innen kaufen am Black Friday also nicht billiger ein, sondern mehr. Das widerspricht der gängigen Annahme, dass die Rabattschlacht die Warenkörbe schrumpfen lässt.


Affiliate-Kanäle im Vergleich (Oktober vs. November 2025)

Nicht jeder Kanal profitiert gleich stark vom Black Friday. Die Sales im Oktober und November 2025 zeigen deutliche Unterschiede:

   Kanal

  Sales
 (Okt  2025)

  Sales
  (Nov 2025)

  Veränderung
  Sales

 Veränderung
  in %

Cashback-Portale

1.172

1.367

+195

+16,6 %

Gutschein-Portale

1.266

1.413

+147

+11,6 %

Content-Commerce

338

477

+139

+41,1 %

Content-Partner

117

171

+54

+46,2 %

Produkt-Berater

13

5

−8

−61,5 %

Kunden werben Kunden

460

440

−20

−4,3 %

 

Cashback-Portale legten um 16,6 % zu. Das zeigt, dass kaufbereite Schnäppchenjäger:innen über Loyalty-Anreize verlässlich konvertieren. Gutschein-Portale steigerten ihre Sales um 11,6 %, obwohl die Clicks leicht sanken. Ihre Conversion Rate stieg in der Black Week also. Content-Commerce wuchs um 41,1 %, Content-Partner um 46,2 %. 

Rückläufig waren unter anderem die Kanäle Produkt-Berater (−61,5 %) sowie Kunden werben Kunden
(–4,3 %).

Aus uppr-Sicht ergeben sich daraus folgende Schlüsse für Advertiser:

  • Schiere Präsenz auf Schnäppchenportalen reicht am Black Friday nicht mehr aus. Ohne herausragendes Exklusiv-Angebot oder gebuchte Sonderplatzierung (WKZ) gehen Händler:innen in der Angebotsdichte unter.
  • Das Plus bei Content-Commerce (+41,1 %) und Content-Partnern (+46,2 %) bestätigt den Trend weg von Push-Werbung, hin zu Pull-Marketing über redaktionelle Empfehlungen.

5 Hebel für eine profitable Black-Friday-Kampagne

Profitabel wird der Black Friday nicht durch niedrigere Preise, sondern durch einen Paradigmenwechsel hin zur beziehungsorientierten Logik. Konkret heißt das: früh starten, Mehrwert schaffen, erfolgsbasiert vergüten, exklusive Deals anbieten und bestehende Kontakte aktivieren.

Hebel 1: Road to Black Friday

Eine Black-Friday-Kampagne startet aus Advertiser-Sicht immer früher. Aktionen ziehen sich zunehmend über den gesamten November und konzentrieren sich nicht mehr auf den Black Friday selbst. Aus dem Black Friday werden die Black Week oder der Black Month.

Gleichzeitig werden gute Publisher-Platzierungen rund um den Black Friday umkämpfter und teurer. Wer erst in der Black Week startet, geht ohne herausragendes Angebot in der Angebotsdichte schnell unter.

Plane Deine Black-Friday-Kampagne deshalb frühzeitig und sichere Dir Platzierungen bei Publishern, bevor die eigentliche Black-Friday-Woche beginnt.

Hebel 2: Mehr Wert statt weniger Preis

Beim Value-Adding (Mehrwert statt Rabatt) erhöhst Du am Black Friday den Wert Deines Angebots, statt den Preis zu senken. Dieser Ansatz schützt Deine Marge und das Premium-Image Deiner Marke. Folgende Value-Adding-Ansätze schaffen Kaufanreize ohne Preisspirale:


  • Exklusive Bundles und limitierte Editionen heben Dein Black-Friday-Angebot von reinen Rabattaktionen ab, ohne den Preis des Hauptprodukts zu senken.
  • Geschenke zum Kauf (Gift with Purchase) setzen einen Anreiz, der die Wahrnehmung des Hauptprodukts nicht entwertet.
  • Zusatzservices wie kostenloser Premium-Versand oder Gratis-Versand ab einem Schwellenwert erhöhen den Wert der Bestellung.
  • Gestaffelte Angebote nach dem Prinzip „Spend More, Save More“ steigern den durchschnittlichen Warenkorbwert.

Hebel 3: Provision statt Auktion

In der Black Week explodieren die Klickpreise bei Google und Meta. Wer sein Budget dann vor allem in Paid-Ads steckt, gerät in eine Bidding-Spirale, die die Marge aufzehrt.

Bidding-Einstellungen in den Peak-Tagen einzufrieren, damit die Werbe-Algorithmen nicht neu lernen, ändert an den hohen Klickpreisen nichts. Bei uppr sind wir überzeugt: der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Unabhängigkeit von Auktionsplattformen.

Partnership Marketing auf Cost-per-Sale-Basis reduziert Dein Risiko und schont die Marge, denn Du vergütest Deine Publisher nur, wenn tatsächlich ein Verkauf erfolgt.

Hebel 4: Ohne Exklusiv-Angebot kein Platz in der Deal-Flut

Rund um den Black Friday ist die Angebotsdichte auf Deal-Plattformen sowie Gutschein- und Cashback-Portalen enorm. Sichtbar bleibt dort nur, wer ein herausragendes Exklusiv-Angebot hat oder eine Sonderplatzierung (WKZ) bucht. Für Deine Black-Friday-Kampagne heißt das:

  • Entwickle exklusive Angebote für ausgewählte Publisher, damit Dein Deal aus der Masse heraussticht.
  • Buche Sonderplatzierungen gezielt, wenn Du auf Deal-Plattformen sichtbar sein willst.
  • Nutze Cashback- und Gutschein-Portale für kaufbereite Schnäppchenjäger:innen, die über Loyalty-Anreize verlässlich konvertieren.
  • Stärke redaktionelle Publisher aus einem kuratierten Affiliate-Marketing-Partnernetzwerk, die Dein Angebot in Shopping-Empfehlungen einbinden.

Hebel 5: Bestehende Kontakte aktivieren, Kaufabbrüche abfangen

Bestandskund:innen und Newsletter-Abonnent:innen kennen Deine Marke bereits und sind per E-Mail und SMS direkt erreichbar. Mit exklusiven Vorabzugängen zu Black-Friday-Angeboten stärkst Du die Kundenbindung und entzerrst den Ansturm der Black Week.

Interaktive Elemente wie ein Geschenk-Findungs-Quiz oder ein Glücksrad steigern zusätzlich das Engagement im Shop. Nutzer:innen, die kurz vor dem Kauf abgesprungen sind, holst Du mit Retargeting für Warenkorbabbrecher:innen gezielt zurück.

Exit Intent & On-Site-Optimierung: Abwandernde Nutzer:innen abfangen

Exit-Intent-Mechaniken sprechen Nutzer:innen an, kurz bevor sie den Shop verlassen. Laut Auswertung aus dem uppr-Netzwerk stiegen die Klicks im Kanal Exit Intent & On-Site-Optimierung von Oktober auf November 2025 von 10 auf über 10.000.
Die Zahlen für Exit Intent zeigen: In der Black Week wird aktiv nach Anreizen gesucht. Mit Mechaniken zur Last-Minute-Conversion im Checkout fängst Du abwandernde Nutzer:innen ab.

Black-Friday-Checkliste: Diese 7 Punkte solltest Du prüfen

Bevor die Black Week beginnt, prüfe diese Punkte in Deinem Shop und bei Deinen Partner:innen:

  • Platziere Deine Bestseller ganz oben im Shop.
  • Teste, ob alle Gutschein- und Rabattcodes reibungslos funktionieren.
  • Kommuniziere die Lieferzeiten und Versandinfos klar.
  • Stelle sicher, dass Dein Shop auch Traffic-Spitzen stabil verkraftet.
  • Optimiere Deine Landingpages für mobile Endgeräte. Preise, Lieferzeiten und Varianten müssen ohne Scrollen sichtbar sein.
  • Bereite Retargeting-Kampagnen für Warenkorbabbrecher:innen vor.
  • Informiere Deine Publisher über die aktuellen Aktionen.

Fazit: Black-Friday-Marketing lebt von Beziehungen, nicht von Rabatten

Der Black Friday ist längst kein einzelner Aktionstag mehr, sondern erstreckt sich über die Black Week und den Black Month. Erfolgreich ist, wer diese Zeit nicht für die tiefsten Preise nutzt, sondern für Beziehungen zu Kund:innen und Partnern.

Performance Partnerships machen diesen Wandel planbar: Kosten entstehen erst bei einem Verkauf, und seriöse redaktionelle Partner:innen empfehlen Dein Angebot dort, wo Kund:innen ihnen vertrauen und kaufbereit sind. So wird aus einem kurzen Umsatz-Peak ein profitables Geschäft.

Steigere den Umsatz Deiner Black-Friday-Kampagne mit Publishern, die zu Deiner Marke und Zielgruppe passen. Wir finden sie für Dich. Nimm unverbindlich Kontakt mit uns auf.

Black-Friday-Marketing: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Black Friday, Black Week und Black Month?

Der Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, 2026 also der 27. November. Die Black Week umfasst die Aktionstage rund um den Black Friday. Der Black Month bezeichnet Aktionen, die sich über den gesamten November ziehen. Advertiser verlagern ihre Black-Friday-Aktionen zunehmend in die Black Week und den Black Month.

Darf ich als Online-Händler:in den Begriff „Black Friday“ nutzen?

Ja. Laut dem BGH ist „Black Friday“ nicht mehr als Marke geschützt. Damit darfst Du den Begriff frei für Werbung und Aktionen nutzen.

Was sind Anti-Black-Friday-Kampagnen?

Bei Anti-Black-Friday-Kampagnen verzichten Marken gezielt auf die Rabattschlacht und setzen stattdessen ein Zeichen, etwa mit Aufrufen zu weniger Konsum oder zur Reparatur statt Neukauf. Eine Variante ist der „Green Friday“, bei dem Händler:innen statt Rabatten an Umweltschutzorganisationen spenden. Solche Aktionen erzeugen Aufmerksamkeit und stärken die Bindung loyaler Kund:innen.

Lohnt sich der Black Friday für Premium-Marken?

Mit hohen Black-Friday-Rabatten riskieren Premium-Marken, ihr Image zu verwässern. Kund:innen gewöhnen sich zudem an den reduzierten Preis, nach der Aktion wirkt der reguläre Preis unfair. Premium-Marken setzen deshalb besser auf Mehrwert, etwa mit limitierten Editionen, exklusiven Bundles oder Geschenken zum Kauf.

Was sind Deal-Hopper?

Deal-Hopper sind Kund:innen, die vor allem wegen des Preises kaufen und gezielt Rabattaktionen nutzen. Zum Normalpreis kaufen Deal-Hopper selten. Sie verursachen hohe Abwicklungs- und Retourenkosten, tragen aber kaum zum Customer Lifetime Value (CLV) bei.

Was sind Sonderplatzierungen (WKZ) im Affiliate Marketing?

WKZ steht für Werbekostenzuschuss. Mit einem WKZ buchst Du bei Publishern eine hervorgehobene Platzierung, etwa auf Deal- oder Gutschein-Portalen. Rund um den Black Friday sorgen gebuchte Sonderplatzierungen dafür, dass Dein Angebot in der Angebotsdichte sichtbar bleibt. Gute Platzierungen werden rund um den Black Friday allerdings umkämpfter und teurer.

Wie messe ich den Erfolg meiner Black-Friday-Kampagne?

Um den Erfolg Deiner Black-Friday-Kampagne zu messen, reicht der Umsatz allein nicht aus, denn Retouren und sinkende Preisanker tauchen darin nicht auf. Ergänze Deine Affiliate-Marketing-KPIs deshalb um Retourenquote, Marge und Folgekäufe. Erst Retourenquote, Marge und Folgekäufe zeigen, ob die Black-Friday-Aktion wertvolle Kund:innen gebracht hat oder vor allem Deal-Hopper.

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